Konzepte und Texte

Für welche Themen steht der Dachverband Tanz und auf welchen Wegen will er Sie erreichen? Seit seiner Gründung hat der Dachverband seine Aufgaben immer wieder in Konzepttexten zur Diskussion gestellt und Leitlinien für sein Handeln formuliert.

Standen am Anfang (2006) die „10 Handlungsmaxime für den Tanz“, so wurden 2010 die wichtigsten Themen in der „Bundesweiten Initiative Tanz“ formuliert und konkret im Programm „Initiative Tanz“ umgesetzt. Das Ziel einer strukturierten Förderung des Tanzes formuliert wiederum das Rahmenkonzept „Bund-Länder-Initiative Tanz“.

Unter der Rubrik „Texte zum Tanz“ sind nebenstehend Dokumente versammelt, die vorausblickend Themen formulieren und Visionen entwickeln.

Tanzpädagogik

Tanzpädagogik / Berufsanerkennung

Aus der Mitgliederversammlung des Dachverband Tanz Deutschland am 09. Mai 2015 heraus hat sich eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich dem Thema Tanzpädagogik / Berufsanerkennung  widmet.

Diese Arbeitsgruppe besteht aus:

  • Ausbildungskonferenz Tanz / HZT - Hochschulübergreifende Zentrum Tanz Berlin | Nik Haffner   
  • Bundesverband Tanz in Schulen e. V. | Linda Müller und Martina Kessel
  • dance and the Child international e. V. | Berry Doddema
  • Dachverband Tanz Deutschland e. V. | Michael Freundt   
  • Dachverband Tanz Deutschland e. V. | Claudia Feest
  • Dachverband Tanz Deutschland e. V. | Ulrich Roehm
  • Dachverband Tanz Deutschland e. V. | Christina Menne
  • Deutscher Berufsverband für Tanzpädagogik e. V. | Jaš Otrin  
  • Förderverein Tanzkunst Deutschland e. V. / Dachverband Tanz Deutschland | Martin Puttke
  • Gesellschaft für Tanzforschung e. V. | Claudia Fleischle-Braun
  • Royal Academy of Dance® gGmbH / Dachverband Tanz Deutschland | Horst Vollmer    
  • Tanzmedizin Deutschland e. V. - tamed / Dachverband Tanz Deutschland | Anja Hauschild     
  • TanzSzene Baden-Württemberg / Dachverband Tanz Deutschland | Bea Kießlinger

Die Arbeitsgruppe „Tanz(Aus)Bildung“, die über viele Jahre von Claudia Feest geleitet wurde, begleitete die Diskussionen um die Hochschulausbildung und die Einrichtung neuer Studiengänge von Tanz und Tanzpädagogik. Sie suchte vor allem nach Impulsen aus der Verbindung mit der künstlerischen Praxis und den Tanzarchiven. In Zusammenarbeit mit „Tanzplan Deutschland“ entstand 2010 eine Studie zu den Anforderungen in den Arbeitsfeldern der Tanzpädagogik.

„Tanzausbildung muss die Erfahrungen der Tanzwissenschaft und Tanzmedizin einbeziehen. Sie muss die Studierenden sowohl für ihr Fach als auch zu beruflichen Alternativen befähigen. Die Ausbildung im Tanz muss den derzeitigen und künftigen Entwicklungen eines weiten künstlerischen und politischen Horizonts und dem technischen Potential der Studierenden dienen. Künstlerische Produktion und Forschung/Lehre sind miteinander zu verknüpfen. In die Ausbildung müssen das Wissen und die Erfahrungen der Tanzwissenschaft und der Tanzmedizin einfließen und bereits hier die Grundlagen für einen erfolgreichen Übergang aus der künstlerischen Karriere in eine andere Berufslaufbahn (Transition) gelegt werden. Dazu gehören die entsprechende Weiterentwicklung von Curricula und die Reflexion bestehender Initiativen auf breiter Basis zwischen den Lehrenden, den Studierenden und künstlerisch Tätigen.“  

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006) 

PRODUKTIONSSTRUKTUREN

Tanz braucht eigene Orte und Systeme für Kooperation und Austausch


Die Diskussion um zeitgemäße Produktionsstrukturen bezieht sich sowohl auf den freien Bereich wie auf die festen Ensembles.

Im freien Bereich wurden innovative Fördermodelle (Gastspiel- und Koproduktionsförderung) exemplarisch für den Tanz entwickelt.

Für die festen Ensembles steht der weitere Dialog mit den Intendanzen der Theaterhäuser und der Kulturpolitik im Vordergrund. 


„Eigenständigkeit im Umgang mit Etats und Unabhängigkeit zur Entwicklung von Kooperationen sind Voraussetzungen für die selbstbewusst agierende Kunstform Tanz. Als Basis für Recherche und Produktion müssen zeitgemäße, den Künstlern als Autoren dienende Strukturen jeweils vor Ort geschaffen werden, wobei die Möglichkeiten für künstlerischen Austausch und die dafür unabdingbare Mobilität gestärkt werden müssen. Eine zwischen den Instanzen von Kommunen, Ländern und Bund koordinierte Kunstförderung muss sowohl der Unterstützung von Künstlern und ihren kreativen Prozessen dienen wie auch der Entwicklung der künstlerischen Infrastruktur, – Produktionszentren und Bühnen – die vom Tanz ausgehend die darstellenden Künste und die Schnittstellen zu anderen Gesellschaftsbereichen präsentieren.

Die Bereicherung der Kunstwelt durch die internationale Präsenz von Tanz muss sich in entsprechenden Fördermodellen und Kooperationsabkommen widerspiegeln. Ein Charakteristikum der Arbeitsstrukturen im Tanz ist seine Internationalität. Somit ist diese Kunstform Teil der kulturellen Vielfalt und herausragendes Medium des interkulturellen Dialogs. In der Intensität und Dynamik dieses Austauschs hat Tanz international eine Vorreiterrolle. Die wesentlichen Grundlagen für diese Wirksamkeit – Mobilität der Künstler und Kunstwerke sowie internationale Kooperation müssen explizit gefördert werden.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

KÜNSTLERFÖRDERNG

Der Tanz braucht Künstlerförderung

Der Dachverband Tanz engagiert sich bundesweit für die Tanzförderung, die in ihrer Struktur den Bedürfnissen der professionellen Künstler entspricht. Wir wollen eine Bundesförderung erreichen, die sich mit der Förderung in der Musik oder der Filmförderung vergleichen kann.  

Mit der Initiative Tanz sind hier in 2013 erste Schritte gelungen. Ziel ist, ein langfristiges Rahmenkonzept für die Tanzförderung zu etablieren, welches die Förderverfahren und Förderinstrumente von Kommunen und Ländern wie die Initiativen des Bundes in eine effektive Struktur bringt. 

Mit der Initiative Tanz ist es dem Dachverband gelungen – eine nationale Koproduktionförderung und eine internationale Gastspielförderung neu zu etablieren. Beide Fördermodelle sind über das Nationale Performance Netz ausgeschrieben – Informationen auf der Website von JointAdventures / NPN.

Um das Rahmenkonzept Tanzförderung mittelfristig zu realisieren, initiiert der Dachverband aktuell Arbeitskreise der Kulturverwaltungen / Kulturreferate auf kommunaler und Länderebene ein. Engmaschige Koordination, eine übergreifende Architektur der Tanzförderung sind hier die Stichworte sowie eine enge Abstimmung mit dem Bund, die auch auf Bundesebene auch zu einem langfristigen Engagement führen soll. Eine langfristige Arbeit, bei der der Tanzkongress 2013 und die Tanzplattform 2014 als Meilensteine auf dem Weg dienten. Beim Tanzkongress 2013 brachte das Panel „Neue Wege in der Tanzförderung“ in die politische Diskussion.

 

 

„Eigenständigkeit im Umgang mit Etats und Unabhängigkeit zur Entwicklung von Kooperationen sind Voraussetzungen für die selbstbewusst agierende Kunstform Tanz. Als Basis für Recherche und Produktion müssen zeitgemäße, den Künstlern als Autoren dienende Strukturen jeweils vor Ort geschaffen werden, wobei die Möglichkeiten für künstlerischen Austausch und die dafür unabdingbare Mobilität gestärkt werden müssen. Eine zwischen den Instanzen von Kommunen, Ländern und Bund koordinierte Kunstförderung muss sowohl der Unterstützung von Künstlern und ihren kreativen Prozessen dienen wie auch der Entwicklung der künstlerischen Infrastruktur, – Produktionszentren und Bühnen – die vom Tanz ausgehend die darstellenden Künste und die Schnittstellen zu anderen Gesellschaftsbereichen präsentieren.

Die Bereicherung der Kunstwelt durch die internationale Präsenz von Tanz muss sich in entsprechenden Fördermodellen und Kooperationsabkommen widerspiegeln. Ein Charakteristikum der Arbeitsstrukturen im Tanz ist seine Internationalität. Somit ist diese Kunstform Teil der kulturellen Vielfalt und herausragendes Medium des interkulturellen Dialogs. In der Intensität und Dynamik dieses Austauschs hat Tanz international eine Vorreiterrolle. Die wesentlichen Grundlagen für diese Wirksamkeit – Mobilität der Künstler und Kunstwerke sowie internationale Kooperation müssen explizit gefördert werden.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

SOZIALLAGE

Soziale Sicherheit für Tanzschaffende

Die Anerkennung des Berufsstatus und die Problematik der Transition sind zentrale Themen. Aus den Impulsen der Verbände, weiter getragen im Dachverband, entstand die Stiftung TANZ, das Transition Zentrum Deutschland. Die Interessenvertretung bei der Künstlersozialkasse und der Bayerischen Versorgungskammer erfolgt durch die Verbände der Darstellenden Künste.  

Bei allen Anstrengungen für die Verbesserung der sozialen Lage der Tanzschaffenden sucht der DTD die enge Kooperation.

„Tänzern müssen die gleichen Berufsrechte wie anderen Professionen eingeräumt werden. Eine Politik für den Tanz muss die soziale Situation der Künstler einbeziehen. Soziale Regelungen – ob in Arbeitsverträgen oder in Sicherungssystemen wie der Künstlersozialkasse –, Fragen des Berufsschutzes, der Unfallversicherung und einer spezifischen Rentenversicherung müssen langfristig geklärt und gesichert werden. Während des Übergangs zwischen Tänzerkarriere und neuen oder angrenzenden Berufsfeldern müssen Beratung und Begleitung stärker in Strategien der Weiterqualifizierung aufgenommen und in Verhandlungen mit allen arbeits- und sozialpolitischen Institutionen in Deutschland ausgebaut werden.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

TANZMEDIZIN

Tanzmedizin

Der Dachverband sieht die Aspekte der Tanzmedizin – in der therapeutischen Praxis und Prävention wie auch in der wissenschaftlichen Forschung – als wichtiges Element in der gesamtgesellschaftlichen Wirkung des Tanzes.

Die Ansätze der Tanzmedizin kommen nicht nur der Gesundheit der Tänzer zugute, sie liefern Impulse zur Allgemeinmedizin und Gesundheitsfürsorge für alle.
Die Kompetenz für diesen Bereich liegt bei unserem Mitglied  Tanzmedizin Deutschland e.V.

„Die Tanzmedizin ist als junge Wissenschaft bereits internationales Forschungsterrain. Eine tanzmedizinische Betreuung ist ein wesentlicher Bestandteil während der gesamten Laufbahn der Tänzer. Forschung, Lehre und Praxis der Tanzmedizin sind daher in Ausbildung und Arbeitsplätze der Tänzer zu integrieren.“ 

 
(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

RECHT

Für ein rechtliches Fundament, das der Arbeitspraxis entspricht.

Von rechtlichen Grundlagen für die künst- lerische Arbeit im Tanz, ob in Deutschland oder im internationalen Rahmen, über die juristischen Fragen bei der Gründung einer Ballett- oder Tanzschule bis hin zu rechtlichen Fragen bei der Digitalisierung und Online-Präsenz von Tanzdokumenten:

Der DTD arbeitet an der Klärung rechtlicher Fragen – in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden und im Einholen externer Expertise.

„Tänzern müssen die gleichen Berufsrechte wie anderen Professionen eingeräumt werden.Eine Politik für den Tanz muss die soziale Situation der Künstler einbeziehen. Soziale Regelungen – ob in Arbeitsverträgen oder in Sicherungssystemen wie der Künstlersozialkasse –, Fragen des Berufsschutzes, der Unfallversicherung und einer spezifischen Rentenversicherung müssen langfristig geklärt und gesichert werden. Während des Übergangs zwischen Tänzerkarriere und neuen oder angrenzenden Berufsfeldern müssen Beratung und Begleitung stärker in Strategien der Weiterqualifizierung aufgenommen und in Verhandlungen mit allen arbeits- und sozialpolitischen Institutionen in Deutschland ausgebaut werden.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

KULTURELLE BILDUNG

Tanz ist kulturelle Bildung

Der Dachverband ist in vielfältiger Weise über seine Mitglieder mit dem Thema kulturelle Bildung verbunden – seien es die Verbände der Tanzpädagogik, die Künstlerverbände oder die festen Tanz- und Ballettensembles. Beim Projekt „Chance Tanz“ haben wir unsere Kräfte um die Initiative des Bundesverbandes Tanz in Schulen gebündelt. Mit Erfolg!

Das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung hat von 2013 bis 2017 Projekt  „Chance Tanz“ des Bundesverband Tanz in Schulen e.V.  mit bis zu 6 Milllionen Euro gefördert.

„Tanz ist keine Nischenkunst. Ziel ist es, dieses Genre als selbstverständlichen Bestandteil unserer kulturellen Bildung auch schon im schulischen Kanon zu verankern. Der künstlerische Tanz ist nicht nur Kultur- sondern auch Bildungsgut von allgemeinem Interesse und muss einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Deshalb muss Tanz in allen Bereichen der Bildung, der Breitenarbeit und im soziokulturellen Bereich langfristig gleichberechtigt mit anderen Kunstfächern z.B. bildende Kunst, Literatur und Musik in Bildungs- und Entwicklungspläne integriert werden. Tanz beinhaltet zudem neben den künstlerischen und sozialen Aspekten ein großes somatisch-physisches Potential. Auf den Grundlagen der Tanzmedizin wirkt er den steigenden Zivilisationskrankheiten, die durch Bewegungsmangel und einseitige Belastungen bedingt sind, entgegen und ist damit zusätzlich als wichtige Präventionsmaßnahme zu fördern.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

TANZWISSENSCHAFT

Tanzwissenschaft

Was ist der aktuelle Stand der Tanzwissenschaft und welche Rolle spielt der Tanz in der wissenschaftlichen Forschung, z.B. in den Neurowissenschaften?

Unter der Überschrift „Reichweite des Tanzes in die Gesellschaft“ bringt der DTD die Protagonisten der Wissenschaft zusammen und initiiert neue wissenschaftliche Projekte.

 

 

„Die Schaffung von explizit tanzwissenschaftlichen und tanzmedizinischen Lehrstühlen, Ausbildungsplänen und Studienabschlüssen ist unabdingbar. Tanz ist Gegenstand wissenschaftlicher Reflexion in Bereichen wie Musik, Literatur oder bildender Kunst. In Forschung und Lehre müssen Tanzwissenschaft und Tanzmedizin als eigenständige und spezifische Forschungsgebiete etabliert werden. Die Spezifika der Kunstform Tanz bedürfen der Erforschung neuer Methoden in der wissenschaftlichen Analyse von Bewegung in Raum und Zeit. Gerade die hier häufigen Schnittstellen zwischen Theorie und Praxis können dann auch Anregungen für andere Forschungsdisziplinen bieten.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

MEDIENÖFFENTLICHKEIT

Für eine adäquate Präsenz von Tanz in der medialen Öffentlichkeit

Das Bild des Tanzes in den Medien prägt ganz wesentlich unsere Sicht auf den künstlerischen Tanz und die Tanzkultur.
Hier erarbeitet der DTD erste Recherchen zur Präsenz in den klassischen Medien wie in sozialen Netzwerken.

Die Erfahrungen der Tanzkritikerinnen und Tanzkritiker – mit der Tanzkunst und mit dem Schreiben über Tanz – nimmt der Dachverband auf, bringt sie in Überlegungen zur Tanzförderung ein und arbeitet an Initiativen zur Stärkung der Tanzkritik.

„Ein höherer Stellenwert und eine umfangreichere, qualifizierte Berichterstattung in Print- wie elektronischen Medien sind überfällig in Anbetracht der hohen Relevanz von Tanz als Kulturgut.
Tanz muss als spezifische Kunstform in seinen ästhetischen und politischen Dimensionen in der Öffentlichkeit reflektiert werden. Hier ist das Engagement von Print- und digitalen Medien sowie Radio und TV unabdingbar. Voraussetzung ist eine qualifizierte tanzjournalistische Ausbildung sowie die Bereitschaft, journalistische Verantwortung für die Verbreitung und Vermittlung von Tanz zu übernehmen.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaximen für den Tanz, 2006)

KULTURELLES ERBE

Kulturelles Erbe

Rund eine Million Dokumente zum Tanz in Geschichte und Gegenwart werden in den Tanzarchiven bewahrt. Fünf Archive sind Mitglied im Dachverband Tanz, gemeinsam agieren sie als Verbund deutscher Tanz- archive. Als nationale Aufgabe wird das Projekt einer umfassenden Digitalisierung weiter voran gebracht. Auf einer Plattform der Archive, in nationalen Portalen und in der Europeana sollen die Dokumente für die Fachöffentlichkeit und ein großes Publikum sichtbar werden.

Bild links: Josephine Baker, La folie du jour, 1926
Bild rechts: Anna Pawlowa als sterbender Schwan um 1908

Das Gedächtnis des Tanzes

„Die kontinuierliche Dokumentation der Tanzkunst in Deutschland muss als öffentliche Aufgabe von gesamtstaatlicher Bedeutung anerkannt und gefördert werden. Tanz hat es durch den immateriellen Charakter seiner „flüchtigen“ Existenz schwerer als andere Kunstarten, dauerhaft präsent zu sein:
So existiert das eigentliche Tanzkunstwerk nur im Augenblick und am Ort seiner Aufführung, d.h. auf der Bühne und ist damit schlechter zu vervielfältigen, zu verbreiten und wahrzunehmen als beispielsweise Werke der Literatur oder Musik.

Die Archive sind das Gedächtnis des Tanzes, sie bewahren diese transitorische Kunstform als kulturelles Erbe sowie als Material der künstlerischen und wissenschaftlichen Recherche und bilden die Grundlage für ihre Weiterentwicklung. Um die Erinnerung zu ermöglichen und die Vermittlung des Wissens zu gewährleisten, muss die laufende und qualitativ hochwertige Dokumentation der Tanzkunst dauerhaft sichergestellt sein. Durch den Einsatz moderner Technologien muss eine überregionale Versorgung mit den archivierten Informationen angestrebt werden.“

(10 Aufforderungen. Handlungsmaxime für den Tanz, 2006)